Archive for Oktober, 2013

Oktober 21, 2013

After Morsi.

by Alexander Schmelzer

The disempowerment of President Morsi by the army and first and foremost the overwhelming majority of the people permitted a necessary course correction for the Egyptian revolution since July of this year and has created room for a transitional Government that is now working to meet the expectations of the overwhelming majority of Egyptians.

The necessity of the decision taken by General Al Sisi goes far beyond the conditions of personal vicinity and loyalty and it obviously exceeds the grasp of many observers.

There were inappropriate responses such as Washington’s, to hold back or reduce the contributions to Egypt instead of supporting the favourable development in Egypt. But manoeuvring was applied on behalf and for the account of the democracy yet to be reached at the Nile. But whose democracy is it? Of course, the United States have the right to their own agenda and their own interests and the right to dispose of their money as they see fit; and also the right to disseminate calculated statements. Other, less influential States, behave similarly. You can feel the intention and you are annoyed.

This is flanked by media that appears as brought into line, virtually at fingertips. The use of the term “system press” is not surprising then. I don’t think that there is a controlled campaign etc., but there is a lack of ability to leave the own frame of reference occasionally, to held a different, unfamiliar  frame of reference possible; or when dealing with others (strangers) to develop a new reference framework for ideas having different content in different cultures.  A short stay in the country to report to the client is not enough for that (an inattentive, longer stay also not). So what is perceived in the own framework of reference is preconceived, squeezed and the hackneyed ideas will be at best a report, at worst a comment, but processed anyway, and eventually presented to an audience that thusly remains either misinformed or misguided. Professional voices that straighten the so created blurred image are there, but find in Western media at present little or no hearing.

Some calculations became obsolete, when some Gulf States announced to support Egypt massively and did so. The already transferred and the sums of money provided in vista exceed the amounts from Washington and elsewhere considerably. Egypt still needs this kind of support from outside. Russia expressed willingness to go even further.

General Al Sisi, who has become a symbol for the cohesion of Egypt, has welcomed the support of the neighbours and rejected an unwanted influence of foreign countries on the Egyptian identity; the country will adhere to the „roadmap“, the political agenda, until the parliamentary elections in 2014.

In the political process, there are currently two focal points: Morsi and Al Sisi. There is no room for more. Both persons are representing political ways which are mutually exclusive. There is no middle ground. The design of the route yet to be elected must and will come later.

Oktober 10, 2013

Nach Mursi.

von Alexander Schmelzer

Die Entmachtung  Präsident  Mursis durch die Armee und in erster Linie die übergroße Mehrheit des Volkes hat der Revolution  Ägyptens seit Juli dieses Jahres eine notwendige Kurskorrektur ermöglicht  und hat Raum geschaffen für eine Übergangsregierung, die nun daran arbeitet den Erwartungen der übergroßen Mehrheit der Ägypter gerecht zu werden.

Die Notwendigkeit der von General El Sisi getroffenen Entscheidung geht weit über die Bedingungen von Nähe- und Treueverhältnissen hinaus und offensichtlich auch über den Erkenntnishorizont so mancher Beobachter.

Es hat Fehlreaktionen gegeben wie die Washingtons, die Zuwendungen an Ägypten zurückzuhalten oder zu kürzen, statt die günstige Entwicklung in Ägypten zu unterstützen. Stattdessen wird taktiert, im Namen und auf Rechnung der Demokratie die es am Nil noch zu erreichen gilt. Aber wessen Demokratie ist das?  Natürlich haben die USA das Recht auf ihre eigene Agenda und ihre eigenen Interessen und das Recht über ihr Geld nach Gutdünken zu verfügen. Und auch das Recht kalkulierte Statements zu verbreiten. Andere, weniger einflussreiche Staaten, verhalten sich ähnlich. Man spürt die Absicht und man ist verstimmt.

Das alles wird flankiert von Medien, die wie gleichgeschaltet erscheinen, gleichsam auf Knopfdruck. Die Verwendung des Begriffs Systempresse überrascht da nicht. Ich denke nicht, dass es eine gesteuerte Kampagne o.ä. gibt, sondern es fehlt an der Fähigkeit, den eigenen Referenzrahmen gelegentlich zu verlassen, einen anderen, fremden Referenzrahmen für möglich zu halten oder gar beim Umgang mit Anderen, Fremden einen neuen Referenzrahmen für Begriffe zu entwickeln, die in unterschiedlichen Kulturen Unterschiedliches zum Inhalt haben. Ein kurzer Aufenthalt im Land, um für den Auftraggeber zu berichten, reicht dafür nicht (ein unaufmerksamer, längerer Aufenthalt ebenfalls nicht). So wird das Wahrgenommene in den eigenen Referenzrahmen gezwängt und das dabei zu Bruch gegangene bestenfalls zu einem Bericht, schlimmstenfalls zu einem Kommentar, jedenfalls aber verarbeitet und letztendlich als Produkt einem Publikum präsentiert, das entweder fehlinformiert oder fehlgeleitet wird. Professionelle Stimmen die das so geschaffene Bild geraderücken gibt es, finden aber in westlichen Medien derzeit wenig oder kein Gehör.

Durch so manche Kalkulation wurde ein Strich gemacht, als einige Golfstaaten verkündeten, Ägypten massiv zu unterstützen und dies auch taten. Die bereits überwiesenen und die in Aussicht gestellten Beträge übersteigen die aus Washington und anderswoher erheblich. Noch braucht Ägypten dieser Art Unterstützung von außen. Russland äußerte schon weitergehende Bereitschaft.

General el Sisi, der inzwischen zu einem Symbol für den Zusammenhalt Ägyptens geworden ist, hat die Unterstützung durch die Nachbarn willkommen geheißen und einen unerwünschten Einfluss des Auslands auf die ägyptische Identität zurückgewiesen, das Land werde an der „Roadmap“, dem Fahrplan bis zu den Neuwahlen im Jahr 2014, festhalten.

Im politische Prozess gibt es derzeit zwei Kristallisationspunkte: Mursi und el Sisi. Für mehr gibt es keinen Raum. Beide Personen stehen für sich gegenseitig ausschließende politische Wege. Einen Mittelweg gibt es nicht. Die Gestaltung des noch zu wählenden Wegs muss und wird später kommen.

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